2011-13 je 200 Tiere, 2014-16 je 500 Tiere, 2017 erstmals 1000 Tiere, 2018-2024 je 500 Tiere für den legalen Export freigegeben
Erstbeschreibung:
Herkunft des Artnamens:
Der Paläontologe Oskar Böttger, damaliger Kurator des Senckenberg-Museums in Frankfurt am Main, benannte die Art nach Anton Stumpff. Stumpff bereiste zusammen mit Carl Ebenau, Generalbevollmächtiger der Deutschen Ostafrikanischen Gesellschaft, in den 1880er Jahren vor allem die Insel Nosy Be auf Madagaskar. Beide sammelten zahlreiche Chamäleons und verschickten sie nach Deutschland.
Verbreitung:
Diese Art lebt in den Trockenwäldern des Nordwestens Madagaskars, zum Beispiel dem Ankarana Nationalpark, und einigen Dornwälern im heißen Süden. Aber auch Regenwälder wie der Montagne d’Ambre, Inseln wie Nosy Komba, Nosy Be und Nosy Sakatia oder ganz schlicht Sekundärvegetation nahe Ambanja, Ankify und Ambilobe dienen als Lebensraum. Brookesia stumpffi bewohnt den Boden, aber auch niedrige Sträucher. Seltener findet man sie sogar niedrig auf Bäumen kletternd. Nachts findet man sie knapp über Kniehöhe bis anderthalb Meter über dem Boden auf dünnen Ästchen im Gebüsch, meist vertikal schlafend. Sie sind dann sehr hell gefärbt und dadurch relativ leicht zu finden.
Aussehen & Größe:
Diese Tiere werden bis zu 93 mm lang und sind eher beige bis hellbraun gefärbt. An den Körperseiten verlaufen neun bis zehn dornartige Schuppen, die in einem auffälligen Hüftschild enden. Der Schwanz trägt keine „Stacheln“. Der Fortsatz über den Augen ist eher rund und nicht besonders groß. Der Nasen- und Mund-Bereich scheint gegenüber anderen Arten ein wenig länger zu sein. Manche Individuen tragen einen dunklen Strich, der vom hinteren Rücken bis über das Hüftschild reicht.
Terraristik:
Brookesia stumpffi wird seit Längerem immer wieder mal nachgezüchtet, wenn auch noch nicht in großem Umfang.
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
Durchschnittl. Temperatur | 28 | 28 | 28 | 28 | 25 | 23 | 23 | 24 | 26 | 28 | 29 | 28 |
Minimale Temperatur | 23 | 22 | 23 | 22 | 18 | 16 | 15 | 16 | 19 | 21 | 22 | 23 |
Maximale Temperatur | 33 | 33 | 33 | 33 | 33 | 31 | 31 | 32 | 33 | 35 | 35 | 34 |
Regentage | 16 | 12 | 6 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 | 2 | 9 |
Die angegebenen Daten wurden von uns innerhalb mehrerer Jahre mit Thermo- und Hygrometern direkt an den Fundorten der Tiere gemessen und zusammengetragen. "Durchschnittliche Temperatur" bedeutet, dass die Werte eines gesamten Monats zu einem Durchschnittswert berechnet wurden, z.B. wurden alle gemessenen Minimalwerte eines Monats zu einem durchschnittlichen Minimalwert für Februar berechnet. Das bedeutet im Klartext, dass einzelne Spitzenwerte eines Tages deutlich höher oder niedriger als die durchschnittlichen Minimal- und Maximalwerte liegen können. Es ist also möglich, dass zwar das durchschnittliche Maximum bei 29 Grad liegt, es aber an einigen Tagen des Monats 33°C oder gar 35°C warm war.
Ankify ist ein Küstenort direkt am Kanal von Mosambik. Das Klima ist das ganze Jahr über warm, lediglich in der Regenzeit von Oktober bis April wird es tagsüber noch etwas wärmer. Die Temperaturen erreichen ganzjährig über 25°C und in der Regenzeit gerne über 30°C.
Nachts ist es nur wenige Grad kälter, aber eine wenig Wind an der Küste macht die Temperaturen immer gut erträglich. Während der Regenzeit ist das Klima sehr feucht und es regnet täglich, in der Trockenzeit wird das Klima nur moderat trocken mit immernoch regelmäßigem Niederschlag, der aber kürzer und kleiner ausfällt.
Die UVB-Daten wurden mit einem Solarmeter 6.5 im Frühjahr (Anfang April) zur höchsten Aktivitätszeit der Chamäleons gemessen. Gemessen wurden jeweils maximal für das Chamäleon zu erreichende Werte im Habitat.
Habitat:
Die folgenden Fotos zeigen Ausschnitte aus dem Habitat von Brookesia stumpffii zur Regenzeit. Generell stellt diese Art wenig Ansprüche an ein bestimmtes Habitat, sie kommt in verschiedenen Lebensräumen gut zurecht. In Ankify und um Ambanja kommt die Art in der dicken Laubschicht am Boden von Kaffee- und Kakaoplantagen vor. Auf Nosy Be, entlang der Küste von Ankify und auf Nosy Komba sind es eher felsige Mikrohabitate mit Unterholz und moosigen Erdbereichen, wo man diese Erdchamäleons findet. Das Habitat in Ankarana dagegen ist eher verschlungenes Unterholz mit vielen dünnen Ästen, viel Laub und kleinen, schmalblättrigen Pflanzen. Auch hier ist der Erdboden mit vielen Felsen und Steinen durchsetzt.
Im Folgenden findest du einige 360°-Bilder aus Ankify, den Kaffeeplantagen um Ambanja und dem Trockenwald von Ankarana, die wir während der Regenzeit aufgenommen haben. Mit der Maus kann man sich darin in alle Richtungen drehen. Wenn man auf das Theta-Logo klickt, öffnen sich die Bilder in vergrößerter Ansicht in einem eigenen Fenster. Dort besteht auch die Möglichkeit, die Bilder im Vollbildmodus auszuführen. Viel Spaß beim Anschauen!
Kakao- und Kaffeeplantage in Ambanja, Region Diana, Nordwest-Madagaskar, April 2017 – Spherical Image – RICOH THETA
Kakao- und Kaffeeplantage in Ambanja, Region Diana, Nordwest-Madagaskar, April 2017 – Spherical Image – RICOH THETA
Kakaoplantage nahe Ankify, Region Diana, Nordwest-Madagaskar, April 2017 – Spherical Image – RICOH THETA
Weg nahe Ankify, Region Diana, Nordwest-Madagaskar, April 2017 – Spherical Image – RICOH THETA
Trockenwald im Nationalpark Ankarana, Region Diana, Nordwest-Madagaskar, April 2017 – Spherical Image – RICOH THETA